Sie bringt Lindenholz, er bringt Rumpfplanken. Zusammen entwerfen sie eine Bugfigur, leicht genug für Wellen, stark genug für Jahre. Die erste Skizze entsteht auf Packpapier, der finale Schliff bei Hafenlicht. Jedes Messerzeichen erinnert an Bergpfade, jeder Ölfilm spiegelt Hafenlaternen. Am Stapellauf stehen beide still und hören, wie das Wasser die Form begrüßt.
In Idrija zählt jedes Muster. Zusammen mit einer Keramikerin aus Salzburg entsteht Porzellan, das durch Spitze atmet. Die Klöppelarbeiten werden als Negativ verwendet, Licht und Schatten prägen die Glasur. Beim Brennen zittern alle kurz, dann erscheint ein Relief wie Morgenschnee auf Alpengras. Cups reisen zur Küste, und die Dankespostkarte duftet nach Kaffee und Werkstatt.
Residenzen beginnen mit Fremdsein und enden mit gemeinsamen Werkzeugkisten. In Cividale, Klagenfurt und Ljubljana schlafen Gäste über Werkstätten, frühstücken zwischen Zwingen und Holzleisten. Aus einem Abendkurs wird eine zweite Heimat. Nach Wochen entstehen Wörter, die es vorher nicht gab, Handgriffe, die bleiben, und Routinen, die Distanz vergessen lassen. Abreisen fühlen sich an wie Versprechen auf Wiedersehen.